Marktüberblick

Marktüberblick: Milbenbekämpfung im gewerblichen Geflügelstall

In gewerblichen Geflügelbetrieben werden unterschiedliche Verfahren zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt. Die folgenden Ansätze unterscheiden sich hinsichtlich Wirkprinzip, Dosierungslogik, Materialeinsatz und strategischer Ausrichtung.

Kriterium Chemische Biozid-Sprays Kieselgur / Silikat Exzolt® (Tierbehandlung) ADELE® + GUSTAV®
Typische Anwendung Flächensprühung Flächenbeschichtung / Staub Anwendung über Trinkwasser Hotspots gezielt besprühen + Barriere
Wirkprinzip chemisch-toxisch physikalisch (Austrocknung) systemisch über Tier physikalisch (Kontakt + Barriere)
Zulassung Biozid meist Biozid Tierarzneimittel biozidfrei
Schutzkleidung vorgeschrieben empfohlen nach tierärztlicher Anweisung nicht erforderlich
Staubentwicklung nein möglich keine keine
Resistenzrisiko vorhanden nicht relevant möglich bei wiederholter Anwendung nicht relevant
Anmischen erforderlich häufig ja ja (Suspension) nein nein
Dosierungslogik m²-abhängig g/m² pro Tier befallsabhängig
Materialeinsatz flächenbezogen flächenbezogen tierbezogen gezielte Anwendung, kein Vollflächenauftrag
Wirkung am Hotspot indirekt über Fläche indirekt über Fläche nur bei saugenden Milben direkt durch Besprühen
Wiederaufstiegsschutz nicht systembedingt nicht systembedingt nein integrierte Barriere
Strategischer Ansatz wiederholte Behandlung Flächenbeschichtung kurative Tierbehandlung Bekämpfung + Prävention

Fachliche Einordnung

Flächenbezogene Verfahren arbeiten primär m²-orientiert und behandeln Stallstrukturen. Tierbezogene Arzneimittel wirken systemisch über das Tier und ersetzen keine strukturelle Stallbehandlung.

Das 2-Schritt-System kombiniert eine gezielte Reduktion am Befallsort mit einer präventiven Barriere. Der Materialeinsatz ist befallsabhängig und erfordert keinen flächendeckenden Auftrag.